Dietrich Kittner

Meldungen

Abschuss-Kommunique

Das Thema Wulff scheint abgehakt. Ich sage: scheint; denn es bleiben noch genügend Fragen offen. Eine war schnell beantwortet. Gleich nach dem bei den Bürgern des Landes mit heftiger Empörung begleiteten sogenannten Großen Zapfenstreich in Berlin fragte das ZDF den Chef des Wachbataillons, wie er und seine Soldaten sich angesichts der bekannten Umstände des Rücktritts von Wulff gefühlt hätten. „Wir gehen da rein, und dann stehen wir ja im Dunkeln …“ So kann man es auch sagen.

Wie steht es jedoch um einen Sachverhalt, der außer dem Nachrichtenmagazin monitor meines Wissens die viel gescholtenen Medien nicht behandelt haben? Wulffs Freundschaft mit dem niedersächsischen Großunternehmer Ali Memari Fard, der in einem standesgemäßen Schloss im Weserbergland residiert. Wulff duzt sich mit „Ali“, jedenfalls anlässlich dessen aufwendig gefeierten fünfzigsten Geburtstags. Laut Monitorzeugen sind Wulffs auch gelegentlich im Fard-Schlößchen zu Besuch, etwa – so Freund Ali – um gemeinsam zu kochen. Eine Familien-Idylle. Dass man so liebe Bekannte auch zum Kennenlernen der jeweiligen landestypischen Küche zu Staatsvisiten nach Südafrika, Indien, China, Australien oder Japan mitnimmt, ist doch menschlich verständlich.

Nur: Ali Memari Fards Firmen zählten zu den höchstsubventionierten Unternehmen Niedersachsens. Über zehn Millionen Euro machte die von Wulff geführte Landesregierung für sie locker. Der Ministerpräsident hat solch großzügige Unterstützung durch die Steuerzahler staatspolitisch überzeugend begründet, als er auf einem Gala-Diner der Fard-Firma CEMAG den Gästen erklärte: „… Also jetzt können Sie damit rechnen, dass nicht nur jede vierte Woche ein Fest bei CEMAG stattfindet, sondern wir noch häufiger eingeladen werden von Ali Memari Fard, weil er weiß, dass gerade in der Krise auf Netzwerke, auf Verbindungen, auf Gespräche gesetzt werden(sic!).“ – Ein Satz für das Grundgesetz! Oder knapper: Alle Staatsgewalt geht von Einladungen aus.
Fard ist inzwischen pleite. Die Steuerzahler-Millionen sind futsch. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betrugs. Vorerst nur gegen Freund Ali. Vermutlich auch wegen konspirativer Kochabende. Denn die Landesregierung gab auf Anfrage der Opposition zu wissen, der Herr Wulff habe den Herrn Fard nur zweimal im Leben getroffen, nämlich bei der CEMAG-Gala und bei der erwähnten Geburtstagsfeier. Treffen am Herd oder Schlößchen-Führungen sind ja nun wirklich läppisch, wie – nun sagen wir mal – zehn Millionen Steuergelder. Das Parlament sollte hier – ganz ehrlich – nicht einmal mehr belogen werden.
Alle diese Kenntnisse verdanke ich einzig und allein der verdienstvollen Recherche des Kölner monitor-Teams, und ich gebe sie hier weiter – der WDR möge mir verzeihen -, weil ich sie zur Abrundung des Bildes deutscher Alltagspolitik für wichtig halte.
Einen ersten persönlichen Eindruck von Wulff habe ich schon vor Jahren empfangen. Während eines seiner niedersächsischen Wahlkämpfe hatte der CDU-Kandidat gefordert, zukünftig ausnahmslos alle Straftäter einem Zwangsgentest zu unterziehen. Natürlich auch Schwarzfahrer, denn Fahrgeldhinterziehung ist bekanntermaßen erblich. An der zwei Kilometer langen Ausfallstraße vor unserem Haus in Hannover (privat abgestottert!) prangten daraufhin im 25-Meter-Abstand voneinander durchgängig zwei unterschiedliche CDU-Plakate. Eines zeigte im Format DIN A0 Christian Wulff, das nächste ohne längeren Kommentar in gleicher Größe ein paar überdimensionaler Handschellen. – Heute frage ich mich: wie war das gemeint?
Inzwischen haben F.D.P.-Rösler (Hannover) und F.D.P.-Döring (Hannover) der Kanzlerin gezeigt, wo die rot-gelb-grüne Ampel hängt, infolgedessen sollen wir nun einen neuen Bundespräsidenten bekommen. Mir persönlich wäre ja Karsten Maschmeyer (Hannover) („Ali“ geht nicht, dagegen wären SPD-Sarazin und seine Leser.) am passendsten erschienen. Als ehemaliger Chef einer Drücker-Kolonne weiß er, wie man auf Menschen zugeht, er wäre unbestechlich und könnte seinen Urlaub bei sich selbst machen, und ein Verhältnis zu Bildung und Kultur hat er über seine Verlobte Veronika Ferres. Und die ganze Chose wäre irgendwie klarer und ehrlicher. Aber es ging halt nicht, wegen seiner Nähe zu Wulff. So ändern sich die Dinge.
Dafür kriegen wir heute wohl den neben Hubertus Knabe zweitwildesten Antikommunisten der BRD Joachim Gauck. Dessen Vorleben ist sauber, schließlich hat er selbst seine Stasi-Akte als Leiter der nach ihm benannten Behörde allein unter zwei Augen durchgesehen. Soweit jedenfalls Presseberichte. Einstweilen ist nur allgemein bekannt, dass er Protest-Aktionen gegen Banken und die Gier der uns regierenden „Märkte“ für albern hält. Wer mehr wissen will, muss sich noch mit dem schon vor Jahren veröffentlichten Bericht des seinerzeitigen Hauptmanns des Mfs Terpe über sein Gespräch mit dem Pastor und Widerständler Gauck begnügen. Sicher bald mehr.

Ein letzter Kalauer noch. Er stammt leider nicht von mir. Frau Dr. Merkel will nun doch bürgernäher werden. Deswegen hat sie eine website installieren lassen, auf der jedermann Kommentare, Kritik, Anregungen an sie persönlich loswerden könne. Selbstverständlich, so sagte sie auf eine diesbezügliche Frage im Fernsehen, werde sie jeden Eintrag ansehen und überdenken, „… damit alles so bleibt wie es ist.“- Na also.

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Rote-Punkt-Initiatoren protestieren

Wie wir erfahren, ruft die CeBIt als „Hilfsmaßnahme“ für Donnerstag, den 8. März während des angekündigten Streiks der Beschäfftigten im Öffentlichen Dienst zu einer – wie man firmenseitig verkündet – Rot-Punkt-Aktion auf und beruft sich dabei ausdrücklich auf unser 1969 erfolgreich verlaufene gleichnamige Protestaktion gegen gestiegene Preise im öffentlichen Nahverkehr.

Wir protestieren hiermit gegen den Mißbrauch des für Hannover historischen Symbols des Roten Punktes. Es geht beim CeBit-Aufruf keinesfalls um die Durchsetzung sozialer Forderungen, sondern um das Gegenteil: den Eingriff einer privaten Firma in einen legalen Lohnstreik. Arbeitskampf-Maßnahmen der Gewerkschaft soll hiermit die Stoßkraft genommen werden.
Der Mißbrauch des Roten Punktes und die Umkehrung der Zielsetzung findet keinesfalls unsere Unterstützung oder auch nur Billigung.

gez. Dietrich Kittner
gez. Stefan Krull
als Initiatoren der Aktionsgruppe Roter Punkt

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Dietrich Kittner, zum Thema Hannover-Connection einigermaßen sachkundig, hat seinen Reisepaß mit einer zusätzlichen Seite versehen:

Erklärung
Als Staatsbürger der BRD sehe ich mich
keinesfalls durch einen gewissen
Herrn Wulff, Christian
repräsentiert, der im Ruche der
Korruption und Lüge stehend einer
breiten Mehrheit des Volkes laut
Umfrage als unehrlich und
unglaubwürdig gilt. 05.02.12

Kittner: „Ich lebe zeitweise im Ausland, und man will ja dort keinen schlechten Eindruck machen.““

Dietrich Kittner war Mitglied der 13. Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten.

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Willentliche Ignoranten

So dumm und unwissend wie die Staatsschutzorgane (Staschu) der BRD sich derzeit im Fall des Nazi-Mörder-Netzwerks geben, können sie gar nicht sein. Man wird dort ja wohl wenigstens die Fähigkeit zur Zeitungslektüre haben und weiß infolgedessen um die Anwesenheit des Verfassungsschutz-Beamten (!) „Klein Adolf“ im direkten Umfeld des Kasseler Mordes. Die Killer schossen bekanntermaßen durch Plastiktüten, um nicht versehentlich ausgeworfene Patronenhülsen als Spuren zurückzulassen. Was hatte „Klein-Adolf“ in seinem Sackerl, mit dem er am Tatort weilte? Nur „Mein Kampf“ oder etwas von anderem Kaliber?

Unwissend also waren die Schlapphüte nicht. Untätig, scheint es, ziemlich sicher auch nicht, eher involviert. So zitiert die Illustrierte „stern“ in ihrer jüngsten Ausgabe aus einem offiziellen Bericht zweier Agenten des US-Militärgeheimdienstes DIA, die am 25. April 2007, dem Tag des Heilbronner Polizistenmordes, in Begleitung zweier deutscher Verfassungsschutzbeamter den Tatort beobachtet haben wollen. Demnach sei ein Baden-Württembergischer Verfassungsschützer in eine Schießerei mit Rechtsextremen („Right wing Operatives“) und einer regulären Polizeistreife verwickelt gewesen. Wer waren die beiden schwäbischen oder baden-württembergischen Schützer von Rechts und Gesetz, wörtlich: „2 (two) OPS Ofc. LfV BW or Bavaria“? Vielleicht war es von der Nazi-Mittäterin Beate Zschäpe, der böse Zungen Kontakte zum Verfassungsschutz nachsagen, nicht unklug gehandelt, dass sie sich lieber freiwillig stellte und in die relative Sicherheit einer Gefängniszelle flüchtete, um nicht wie ihre Kumpane durch Selbstmord enden zu müssen?

Hoffentlich übersteht sie nun die Haft lebend. Man weiß ja nie … Aber immerhin: die Bundesregierung gibt sich betroffen und beschämt. Man streitet nun eine Trauerveranstaltung und ist vermutlich befriedigt, endlich einen Vorwand für die langersehnte Vorratsdatenspeicherung zu besitzen.

Anno 1984 war es, da fuhr ich nach Berlin zum Henschel-Verlag in der Oranienburger Straße, um letzte Einzelheiten zum Erscheinen meines neuen Buches in der DDR zu besprechen. Abschließend fragte mich der Cheflektor Horst Wandrey: „Wollen Sie nicht mal eine Brigadeversammlung bei uns miterleben? Klar wollte ich. So saßen wir denn in größerem Kreis zusammen, die Kollegen stellten Fragen, ich stellte Fragen; auf DDR-Deutsch: wir tauschten uns aus.

„Gibt es denn bei Euch in der BRD noch Berührungspunkte zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten?“ „Na ja“, gab ich wahrheitsgemäß Auskunft, „beispielsweise in der VVN – dem Bund der Antifaschisten“. „Aber das ist doch eher etwas für Veteranen… “ warf da jemand ein. Hier lag der Knackpunkt. „Bei Euch mag es vielleicht so sein“, sagte ich, „für uns in der BRD ist das Tagesaufgabe.“ Zum Beleg zeigte ich ein Foto herum, das ich bei DDR-Besuchen stets griffbereit in der Brusttasche trug. Zu sehen war darauf ein Mann, der in SA-Uniform mit dem Knüppel in der Hand auf Passanten losgeht. „Von wann, meinen Sie, stammt das Bild?“ fragte ich. Die Meinung war einhellig: „Aus den dreißiger Jahren wohl… .“ So musste ich schließlich doch darauf hinweisen, dass im Hintergrund das Kaufhaus Magis zu sehen war mit einem großen Transparent an der Front: „Winterschlussverkauf 1983“

Jahrzehntelang, seit seiner Gründung wurde der Staat BRD von Altnazis und Neufaschisten zumindest mitregiert, wurde offiziell Anti-Antifaschismus — und das ist immer auch Antikommunismus — verordnet, das braune Pack verharmlost, gefördert und finanziert. Jetzt sind unsere Machthaber, staatstragende Medien und Strafverfolgungsbehörden in schöner Einhelligkeit entsetzt, haben von alledem nichts gewusst. Deshalb riefen die Repräsentanten des längst perfekt ausgebauten Polizeistaats Deutschland jüngst das Volk via Fernsehen dringlich auf, eventuelle Kenntnisse und Beobachtungen — notfalls auch anonym — der Obrigkeit mitzuteilen, denn die weiß ja, wie gesagt nix Genaues nicht und muss — leider, leider — weiterhin Millionen von Steuergeldern an die Protagonisten des Verbrechens Faschismus überweisen. Antifaschisten aber, die es ernst meinen, werden wohl auch zukünftig wie in Dresden oder Dortmund bespitzelt, verprügelt, kriminalisiert und vor Gericht gezerrt. Es muss schließlich wieder Ordnung herrschen in Großdeutschland, gelle?
Dietrich Kittner

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Rückmeldung

Dietrich Kittner ist nach langer Krankheit wieder auf dem Wege zur Besserung. Es geht voran.

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Suchmeldung, individuell

Lieber unbekannter Autografen-Sammler, mit dem wir im letzten Jahr schriftlich und telefonisch Kontakt hatten. Leider ist Ihr Brief und damit auch Ihre Telefonnummer wegen der bekannten Umstände verloren gegangen. Falls Sie das lesen: bitte melden Sie Sich! Ihre Wünsche werden erfüllt.

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Dietrich Kittner im Radio

Am 7. Dezember 2011 ist Dietich Kittner in der Sendung „Revolution im Kabarett“ im Programm des Deutschlandfunks (DLF) von 21:05h bis 22:00h mit Liedern und im Gespräch mit Stephan Göritz zu hören.
Wiederholung am Sonnabend, dem 10.12. von 8:05h bis 9:00.

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Mein erstes Auto

Mein erstes Motorfahrzeug hieß „Lizzy“ und war eine schöne alte Vespa, die ich mir als Schüler durchs Zeitungsaustragen zusammengespart hatte.

Im zweiten Semester Jura begegnete ich in Göttingen gleich zweimal der Liebe auf den ersten Blick : meiner Frau Christel ( wir sind jetzt schon 51 Jahre verheiratet !) und etwas später dem Traumauto : einem Ford Eifel Sportzweisitzer- Cabrio mit Klappverdeck und umlegbarer Windschutzscheibe. Das knallrote gute Stück kostete 400 Mark und war schon damals 1960 ein echter seltener Oldtimer ; im KFZ-Brief stand wörtlich und amtlich : „Baujahr ca. (!) 1938“. Das Zubehör bestand in einer Handkurbel zum Anwerfen des Motors. Die haben wir jedoch nie benutzen müssen, weil Christel und ich seinerzeit ein Gartenhaus hoch über Göttingen bewohnten (Monatsmiete 40 Mark !) – und bis unten in der Stadt war der Motor stets angesprungen. Spitze 120 schaffte das Gefährt außerorts unter günstigen Umständen. Die Windschutzscheibe haben wir, nachdem mir im ersten Versuch eine Wespe ins Gesicht geflogen war, allerdings nie mehr heruntergeklappt …
Mit „Tommy“, so hatten wir das Auto getauft, fuhren wir dann zu unseren Gastspielen ( der weiteste Zielort war Heilbronn), oft begleitet vom Ensemble-Mitglied Gisela Baden mit ihrem ähnlich bejahrten DKW-Zweisitzer „Heinrich“. Bei dem konnte der dritte Mann jedoch nur im Freien mitfahren : Statt Kofferraum besaß das Fahrzeug einen nach außen aufklappbaren Sitz. Füße und Bauch im Innern. Rücklehne und Oberkörper ragten hoch über das Vehikel hinaus in die Luft. Das ging nur mit Schutzbrille und nach dem Ausflug mit einem guten Waschlappen fürs Gesicht. Auf solche Weise gestaltete sich meist schon die Anfahrt der Künstler zum Programm. Vor der Stadthalle Kassel gab es sogar Ovationen.
1962 setzte dann eine Horde besoffener Korporations-Studenten „Tommy“ in Brand. Was nützte da die Entschädigungszahlung: Der Traum war aus.

* Tommys Nachfolger spielte in der ersten Liga: Eine 220er Mercedes-Cabriolimousine Baujahr 1951, schneeweiß mit breiten, bequemen roten Ledersitzen und schwarzem Kinderwagenverdeck. Ein Schnäppchen: 800 Mark in acht Raten. (Ein fabrikneuer VW-Käfer kostete damals 4200 Mark. Armaturenbrett: Wurzelholz. Luxus also. Im Fahrzeugbrief stand kein Vorbesitzer verzeichnet, nur die Feststellung: „Import aus den USA“. Erst Jahre später erfuhr ich, daß es sich um die deutsche Hollywood-Actrice Elke Sommer gehandelt hatte.

Wir waren glücklich mit dem Auto: Endlich konnten alle fünf Ensemblemitglieder in einem einzigen Fahrzeug auf Tour gehen und dazu gab es überdies einen richtigen Kofferraum !

Wir nannten uns jetzt Berufskabarett und waren nach Hannover übersiedelt. (Dort wohnten wir allerdings nur in einem winzigen Keller in der Gneisenaustraße.) Da machte das Auto viel her und vor allem viel Spaß, brachte uns sogar einmal in engen Kontakt mit der Britischen Königin Elizabeth II. Die absolvierte einen Staatsbesuch in der Landeshauptstadt. Wir unsererseits mußten zum Gastspiel nach Heidelberg. Hindenburgstraße und Fritz-Behrens-Allee waren als Protokollstrecke für Ihre Majestät von Schaulustigen zugekeilt und gesperrt. Einzige Möglichkeit durchzukommen blieb für uns der Umweg über den Zoo. Dort stand mitten auf der Kreuzung ein einzelner Polizist und regelte den Verkehr per Handzeichen. Als wir in unserer Staatskarosse von der Stadthalle her langsam anrollten, winkte er uns lässig nach links auf die Protokollstrecke. Ich zeigte nach vorn: Nein, wir wollen nur geradeaus, rüber. Der Mann blieb hart.- Ein solches Auto kann nur zur offiziellen Kavalkade gehören ! – und bugsierte uns mitten ins Spalier. Widerrede half nix. Da nahte hinter uns auch schon der Staatskonvoi, vorweg ein VW-Bully des NDR, auf dem Dach mein Kumpel Giselher Schaar als Reporter und danach – die Queen. Als Spitzenreiter jedoch durfte ich das Tempo bestimmen. Ich habe diese privilegierte Stellung weidlich ausgenutzt.Als die Leute am Rand uns kommen sahen, begannen sie programmgemäß zu jubeln. Da erst begriffen wir die Situation so richtig und winkten huldvoll mit unseren Zylindern und Melonen aus der Requisite zurück. Ein Triumphzug. Erst am Aegi gelang es uns, aus dem Spalier auszubrechen. Ab nach Heidelberg.

Das Mercedes-Modell mußten wir später für 400 Mark verkaufen – wir brauchten einen größeren Kofferraum.
Eine 220er Mercedes Cabrio-Limousine Bj. 1951 wurde unlängst von einem Oldtimer-Händler per Inserat zum Kauf angeboten. Für 65 000 Euro. Na ja. Für mich langt heute mein 33 Jahre alter VWJeep Iltis, inzwischen auch eine Rarität.

Quelle: hallo Sonntag, Hannover, 20.11.11

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junge Welt zu „Der widerspenstigen Zählung“ vom 8.6.11

Fuss drauf! Kleine Handreichung zur Volkszählung

Es gibt in der Bibel widersprüchliche Angaben darüber, wer den König David darauf brachte, sein Volk zählen zu lassen, Satan (1. Chronik 21,1) oder der liebe Gott (2. Samuel 24,1). Dessen Reaktion auf den Zensus aber war unmißverständlich. Er ließ das gezählte Volk zu Zehntausenden an der Pest verrecken. »Wir müssen den Herrn als – Volkszählungsgegner betrachten!!« folgert der Humorist Dietrich Kittner in seinem Büchlein »Der Widerspenstigen Zählung. Wie man ein Verhör straflos übersteht«. Es handelt sich um die Neuauflage eines Textes zur Volkszählung in der BRD von 1987. Kittner hat ihn aktualisiert, weil sie bis Ende Juli nun wieder vor den Türen stehen, die »Interviewer« mit ihrer Einstiegsfrage zur »Existenzfeststellung «.
Etwa jeder zehnte Bundesbürger wurde in einem »Zufallsverfahren« zum »Auskunftspflichtigen« bestimmt und hat »in der vorgegebenen Form« zu antworten. Wer unvollständig oder »nicht rechtzeitig« Auskunft erteilt, handelt ordnungswidrig. Geahndet wird das mit einer Geldbuße von bis zu 5 000 Euro. Das immerhin ist fair. 1987 drohte ein Bußgeld von 10 000 »DeEmm«, wie Kittner schreibt, und er hat die Vokabel Mark in der aktualisierten Fassung »der Einfachheit halber beibehalten, die Preise sind ja längst auch 1:1«.

Mit Hinweis auf Artikel 13 des Grundgesetzes erklärt Kittner: »Seine Rechte zu wahren, das heißt zunächst einmal, keinen der Zählkellner in die Wohnung zu lassen. An der Tür darf so einer herumlungern – mehr aber nicht.« Aus welchem Holz die Hausierer geschnitzt sind, davon vermittelte am 27. Mai ein Internetportal der WAZGruppe, das »Der Westen« heißt, einen schlaglichtartigen Eindruck. Vorgestellt wurde die Rentnerin Annemarie Köpers, die schon bei der Zählung ’87 »dabei gewesen« sei und sich diesmal »gleich bewarb, als sie aus der Zeitung erfuhr, daß wieder Interviewer gesucht werden«. Sie ist nicht überall mit offenen Armen empfangen worden in den ersten zwei Wochen der Zählung.

»Trotz mancher Zweifel – ›in 99 Prozent aller Fälle‹ habe sie die Menschen doch überzeugen können. Und damit auch davon, ›daß die Fragen nicht in die Intimsphäre gehen‹. Nach dem Einkommen etwa werde nicht gefragt«.
Man muß sich also vorstellen, daß die rüstige Frau Köpers einem nach der »Existenzfeststellung« im Hausflur versichert, das Einkommen gehöre zur Intimsphäre, bevor sie mit Schmackes den Fragebogen abarbeitet: »Haben Sie in der Woche vom 9. bis 15. Mai mindestens eine Stunde eine bezahlte Tätigkeit ausgeübt?« Wenn nein: »Warum (…) nicht?« Und: »Haben Sie in den letzten vier Wochen etwas unternommen, um Arbeit zu finden? Gemeint ist z.B. das Lesen von Stellenanzeigen.« Kittner: »Wenn Ihnen so einer den Fuß in die Wohnungstür stellt, dürfen Sie drauftreten: Notwehr. Natürlich nur drinnen. Drinnen ist es Notwehr, draußen Terrorismus.«

Querulatorisch fordert er dann die Ämter mit »Rückfragenkatalogen« heraus. Aus dem Kleinkrieg wird ein Kabarettprogramm. Aus diesem ein TVBeitrag für Radio Bremen. Der wird vom Programmdirektor mit den Worten gekippt: »Das kann man nicht senden. Das ist ja ein Ratgeber: Wie boykottiere ich die Volkszählung straflos!« Kittners Hinweise sind sachdienlich, wenn auch nicht auf die neuen Fragebögen abgestellt, in denen Religion eine größere Rolle spielt als ’87. Wer einer »öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaft « wie den »Evangelischen Freikirchen« angehört, muß das angeben. Wer nicht, wird mit Frage 8 aufgefordert, sich etwa zum sunnitischen, schiitischen oder alevitischen Islam zu »bekennen«. Einzig bei dieser Frage ist die Antwort »freiwillig«. Als das Gesetz zur Volkszählung im April 2009 mit den Stimmen der SPD und CDU/CSU den Bundestag passierte, wurde die Ausnahme mit der Weimarer Reichsverfassung begründet. Die Linkspartei lehnte den Zensus u.a. mit dem Hinweis ab, »Religion sei Privatsache «. Frau Köpers aber würde in dieser Sache wohl nie von Intimsphäre sprechen.
Alexander Reich

Quelle: Mittwoch, 8. Juni 2011, Nr. 131 junge Welt

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NDR Rezension zu „Der widerspenstigen Zählung“ vom 26.4.11

„Ein äußerst streitbarer Geist, immer glaubwürdig und unbeugsam. Mit seinem Publikum immer im Dialog.
Immer wieder hat Kittner den Eulenspiegel und Schwejk als seine Lieblingsfiguren bezeichnet. Sein Programm ist der Beweis dafür. Beim Kampf gegen die Bürokratie wird er nicht müde, die Worte hin und her zu drehen, um den offiziellen Ermittlern Sand ins Getribe zu streuen.“.

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„Politiker gehen in Deckung, wenn sie den Namen Dietrich Kittner hören,“ befand der NDR mal in seinem Fernsehprogramm. (Und der Sender hält sich selbst gern eisern an diese Regel.) Kittner gilt nach einhelligem Presseurteil als Spitzenmann der politischen Satire. Sein Erfolg beruht auch darauf, daß er, ohne ins reine Grimassenschneiden oder Platitüden abzugleiten, die bissigsten Pointen urkomisch an den Mann bringt. Spott und Hohn kübelweise. Was Wunder: Kittners Lieblingsfiguren sind Eulenspiegel und Schwejk. So ist ihm hier in dem als einmalige Sonderausgabe mit CD erschienenen Bändchen ein Schelmenstück gelungen, das am Besipiel einer „Volkszählung“ Behörden und Politiker gnadenlos der Lächerlichkeit preisgibt. Kittner: „Früher habe ich Politikerwitze gerissen; heute habe ich die Sache verschärft: ich zitiere sie.“ .

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Ein aktueller Bericht aus der Freien Presse Chemnitz hier.

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Am 30. Mai wurde Dietrich Kittner 75 Jahre. Zugleich feierte er 50jähriges Bühnenjubiläum. Zu diesen Anlässen gab die Landeshauptstadt Hannover am 31. Mai im Neuen Rathaus einen Empfang mit Oberbürgermeister Stephan Weil und dem Jubilar Dietrich Kittner, der sich bei dieser Gelegenheit ins Goldene Buch der Hauptstadt eintrug.

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Neue Kittner Interviews in magaScene und Asphalt erschienen

Zwei neue Interviews zum 50jährigen Bühnenjubiläum sind in magaScene und Asphalt gedruckt worden. Beide haben uns die Texte für die Homepage zur Verfügung gestellt.
Vielen Dank dafür!

Hier gibt es das Interview aus der „magaScene“
und hier das aus „Asphalt“
Ausserdem hat Dietrich Kittner Franziska Schneider ein langes Interview gegeben, das es hier zu lesen gibt.

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Neue Kittner-CD-Box erschienen

Pünktlich zu Kittners 50-jährigem Bühnenjubiläum ist eine 5-CD-Box erschienen. Die Sammlung umfaßt im wesentlichen bisher unveröffentlichte Raritäten aus Kittners Schallarchiv wie auch seltene Aufnahmen, die auf CD bisher nicht erhältlich sind.
58 Titel mit einer Gesamtlauflänge von ca. 6 Stunden
Titel: „Kittners progressive Nostalgie – Die frühen Jahre“
ISBN 978-3-924526-28-3
Sie enthält u.a. auch Dietrich Kittners ersten Bühnenauftritt mit seinen „Leid-Artiklern“, die Lübecker Moritat (Ballade über die allgemeine Unschuld im Lande), Bertolt Brechts Anachronistischer Zug in der Dessau-Vertonung und vieles, vieles andere mehr.
Die Box erscheint in einer streng limitierten, nummerierten und signierten „Jubiläums-Prachtausgabe“ zum Preis von 49,50 Euro. Zu bestellen im guten Fachhandel und bei
edition logischer garten, Bischofsholer Damm 88, 30173 Hannover
Tel: 0511-851333, Fax: 0511-2834980, E-Mail: elgkittner@aol.com

Alle Titel der CD Box gibt es hier.

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Dietrich Kittner Mitglied der 13. Bundesversammlung

Der Niedersächsische Landtag hat Dietrich Kittner zum Mitglied der 13. Bundesversammlung gewählt. Er wird damit in Berlin an der Präsidialwahl teilnehmen.

Zitat Edmund Stoiber: „Der Bundespräsident wird durch Wahlmänner und Wahlmänerinnen gewählt.“

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Neue Kittner DVD erschienen

Dietrich Kittners neue DVD „Kurzer Abriß der Demokratie oder Die Diktatur der extremen Mitte“ ist erschienen und sofort lieferbar!!!
Kein bloßer Programm-Mitschnitt, sondern ein eigens für den Bildschirm gestalteter Mix aus Songs, Satiren und Sarkasmen. Brandneues wie Altes erschreckend Aktuelles. Studio-Produktionen, Außenaufnahmen, Mitschnitte von öffentlichen Auftritten, alles bunt durcheinander und so montiert, daß – so hofft Autor, Darsteller und Regisseur Kittner – ein akribisches Bild der BRD entsteht, eben ein kurzer Abriß der Demokratie durch die Diktatur der extremen Mitte. Hohn und Spott kübelweise.
Lauflänge 2 ½ Stunden + Bonus. Verkaufspreis € 18,00. Eine Gemeinschaftsproduktion von edition logischer garten und independent entertainment, Hannover.

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Kittners Blitznachrichten

Berlin. – Überraschend hat die CDU/CSU nun doch der Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns zugestimmt. Nach den Vorstellungen von CDU-Generalsekretär Pofalla sei aber zunächst einmal eine Versuchsregelung für einzelne Arbeitsbereiche notwendig. So sei für die Berufsgruppe der Spitzenmanager ein wirtschaftlich zu verkraftender Mindestlohn von jährlich acht Millionen Euro denkbar. Die Firmen VW-Porsche, Siemens, Springer und die Deutsche Bank haben bereits gegen eine solch unsoziale Regelung protestiert und angekündigt, daß sie notfalls durch Streik einen Mindestjahreslohn von 60 Millionen durchsetzen wollen.

Erfurt. – Die Fluchtbewegung aus der Ostzone hat sich im letzten Jahr wiederum erheblich verstärkt. Nach Angaben des thüringischen Ministerpräsidenten Althaus verlassen allein Thüringen täglich 103 Personen, um Zuflucht im freien Westen zu suchen. Dies bedeutet, daß hochgerechnet im Jahresdurchschnitt etwas über 200.000 mit der DDR – Verzeihung, mit dem Protektorat Ost – unzufriedene Menschen über die noch offene Grenze wechseln. Um ein Ausbluten der neuen Bundesländer zu verhindern, haben führende Politiker bereits die Errichtung von Grenzsperranlagen vorgeschlagen. Um die Kosten dafür zu senken, könne man den Stacheldrahtzaun des Ostseebades Heiligendamm mitverwenden. An einen Schießbefehl sei in der gegenwärtigen Situation vorerst noch nicht gedacht. Die Zeitungen des Springerverlages sollen bereits ab nächste Woche mit einer in der jeweiligen Kopfzeile enthaltenen Forderung erscheinen, die sich an den Slogan der 60er Jahre anlehnt: „Die Mauer muß her!“ und „Macht das Tor zu!“

Berlin. – Wie bekannt hat der deutsche Bundestag mit der Mehrheit der Blockparteien beschlossen, den friedlichen Krieg in Afghanistan fortzusetzen. Ein Sprecher des Bundeskriegsministers zeigte sich befriedigt und kündigte an, sein Haus werde folgerichtig noch in dieser Woche einen Etat-Entwurf zur Verdoppelung der Bundeswehrvorräte an Zinksärgen und Leichensäcken vorlegen. Jung wiederholte seine Erklärung vom Januar 2007, Hauptaufgabe der deutschen Soldaten in Afghanistan sei es, dort das Image der Bundeswehr zu verbessern. Zu diesem Zweck sollen deutsche Kampfpanzer und Tornados noch im Januar gut lesbare Aufschriften mit dem Text „Die Welt zu Gast bei Freunden“ erhalten.

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Kittner Doppel-CD erschienen

Unter dem Titel KITTNER LIVE 4 – „Sehr geehrte Drecksau“ Die neue Kittner-Doppel-CD, eine Montage aus seinen Briefwechseln mit Kanzlern, Ministern und Behörden: verbürgte Realsatiren, die bisher gutgläubigen Zeitgenossen schon die Schuhe ausziehen können.
ISBN 3-924526-25-7, 2 CDs, Preis € 19,40
Klappentext: Aus Gründen der Zeitersparnis schreibt Dietrich Kittner Amts- und Behördenbriefe am liebsten gleich so, daß er sie bequem als Satiren öffentlich im Kabarett vortragen kann, was er mit dieser Doppel-CD auch beweist. Sie enthält eine Blütenlese seiner Briefwechsel mit Ministern und Kanzlern, Staatsanwälten, Verbandsbürokraten und Bundespräsidenten die das Publikum zu Lachstürmen hinreißt. Am schönsten wird es immer dann, wenn ein großkopfeter Obertan mit seiner Antwort den Kakao auch noch trinkt, durch den er gezogen wird. Daß die Formulierung „Sehr geehrte Drecksau!“ (leider) nicht von ihm selbst stammt, räumt Satiriker Kittner auf dieser CD denn auch neidvoll ein. Die wahren Geschichten sind die schlimmsten. Und: je unglaublicher, desto wahrer! Sein Fazit zum Schluß singt der Künstler darum auch sicherheitshalber. Lacher, Lieder und vor allem: Lästerbriefe. Ein Hörbuch der besonderen Art.

Die CD kann bestellt werden bei edition logischer garten * Bischofsholer Damm 88 * D 30173 Hannover * Tel.: täglich ab 14:00 Uhr ++49-511-851333* Fax: ++49-511-2834980

und ist im guten Fachhandel erhältlich.

Erste Pressestimmen zu Sehr geehrte Drecksau

„Dietrich Kittner ist ein Elefant des politischen Kabaretts: er vergißt nie. Das macht ihn für manchen Politiker gefährlich. – Es ist genau dieser perfide politische Galgenhumor, der Kittner nun schon seit mehr als 40 Bühnenjahren erfolgreich macht. Kittner ist mehr als ein gealterter Kabarettist – Kittner ist Hoffnung. Solange er weitermacht, gibt es noch Kabarett mit „Gesinnungsapplaus“ und nicht nur Comedy mit Applausschildern fürs Publikum.“
(Hannoversche Allgemeine Zeitung)

„Grimmige Untertöne stecken in fast jeder feinen Kommunikationsfloskel, man muß sie nur mal rausholen. Kittners Spezialität. – Er liest nämlich aus Briefen, die er bundesdeutschen Machthabern und Amtsträgern zuschickte. Und wenn die dann antworten, ernsthaft oder mühsam mitscherzend, ereignete sich ein Effekt, auf den der 71-jährige linke Wortkämpfer ebenfalls spezialisiert ist: Umwandlung von Satire in Realsatire. – Dauerfeuer, gespeist auch von gut vier Jahrzehnten Satirepraxis und politischem Affentheater.
(Neue Presse, Hannover)

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Jetzt ist es heraus : Dietrich Kittners wieder hochaktuelles Filmwerk:
„SADISTEN“, DVD

Die Verfilmung der bisher in Buchform erschienenen bekannten Satire „Wie ein Gesetz entsteht“ von Dietrich Kittner und Guido Zingerl.
Die Dreharbeiten fanden in Koproduktion mit independent entertainment sind statt.
Der Film enthält zusätzlich Dietrich Kittners berühmte „Reportage“ zur festlichen Wiedereinführung der Todesstrafe im Berliner Olympiastadion als animierte Originalaufnahme aus dem Jahre 1967 und Beiträge von Barbara Lochbihler (Generalsekretärin amnesty international), Ulla Jelpke MdB (Die Linke), Max Stadler MdB (F.D.P.) und Wolfgang Wieland MdB (Bündnis 90/Die Grünen).

Gesamtlänge 76 Minuten, ISBN 3-924526-24-9, 14,90 Euro

Erhältlich im guten Fachhandel und natürlich auch bei edition logischer garten, Bischofsholer Damm 88, 30173 Hannover, Fax : 0511 283 49 80, E-Mail : elgkittner @ aol.com
Weitere Angebote unter „Käufliches“)

Erste Pressestimmen zu „Sadisten“:

„Kittner verstrickt Fiktives und Reales so raffiniert, daß man glauben könnte, sein Szenario entspreche der Wirklichkeit. Dabei setzt der 71-jährige die technischen Mittel ein,“die sich für die Glotze anbieten“: Clippige Schnittfolgen und digital animierte Karikaturen prägen die scharfsinnige Satire. Kittner versteht es, Kabarett auch auf den Bildschirm zu zaubern.“
(Neue Presse, Hannover)

„Hier agiert der Großmeister der politischen Kleinkunst.“
(Eulenspiegel)

„… brisanter denn je … erschreckend nah an der Realität.“
(Hannoversche Allgemeine)

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Zeitlos aktuell!

Ebenfalls erschienen ist die 3. Auflage von Dietrich Kittners legendärem Kriegstagebuch, seine Aufzeichnungen vom Jugoslawien Krieg 1999.

Der Band wurde vom Autor neu durchgesehen und vervollständigt um Passagen, die nicht in der ersten und zweiten Auflage übernommen worden waren. Dazu kommt Kittners Nachwort zur 3. Auflage, das spätere Entwicklungen hin bis zur Tätigkeit des Tribunals in Den Haag beleuchtet.

Die Reportage „Spurensuche in der Krajina“, die in der 1. Auflage noch fehlte, ist ebenfalls enthalten.

162 Seiten gegenüber 121 Seiten der 1. Auflage.

Taschenbuch, edition logischer garten Hannover, 2006, € 8,60, ISBN 3-924526-23-0

(siehe auch „Käufliches“)

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Trittfester Kabarettist

Dietrich Kittner, seit Jahrzehnten hannoverscher Kabarett-Export-Artikel Nummer Eins, kann man nun auch mit Füßen treten. Am 5. Oktober wurde auf dem „Walk of Fame des Kabaretts“ in der Mainzer Innenstadt ein Stern mit dem Namen des Künstlers in das Straßenpflaster eingelassen. Hannovers OB Herbert Schmalstieg ließ es sich nicht nehmen, vor Ort, in Anwesenheit seines Mainzer Kollegen, den Stein des Denk-Anstoßes zu enthüllen. Satiriker Kittner selbst, über den seit langem ein Defacto-Fernsehverbot verhängt ist, bleibt tatendurstig und fühlt sich keineswegs am Boden: „Fußabtreter für TV-Gewaltige werde ich deswegen noch lange nicht.“